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Warum WILLST DU MEINE HILFE NICHT?


 

Kennst du das? Du sprichst mit einer Freundin, deinem besten Freund, deinem Bruder, deiner Mutter oder vielleicht einer entfernten Verwandten, die du einmal im Jahr zu Weihnachten triffst und dein Gegenüber berichtet dir von seinem Leid, seinem Schmerz und all den Problemen die derzeit zu bewältigen sind. Die Geschichte beginnt bei Adam und Eva. Du erfährst wie es zu all dem gekommen ist, welche Versuche bereits unternommen wurden, um die Situation zu verbessern oder erträglicher zu machen und wie sich der derzeitige Zustand gestaltet. Du hast dir mittlerweile schon angewöhnt nicht mehr mitzuleiden, sondern der Person mitfühlend beiszustehen und reflektierst all die Szenarien, die bereits unternommen wurden. Möglicherweise erkennst du den grundsätzlichen Fehler am Vorgehen deines Gegenübers, die Situation zu verbessern oder dir kommen Ideen, die aus deiner eigenen Erfahrung entspringen, wie die Situation zu verbessern wäre.

Jetzt passiert Folgendes:

Du beginnst zu verdeutlichen, dass du die Emotionen und den Schmerz dieser Person nachempfinden kannst, dass du vor ein paar Jahren vielleicht an gleicher Steller standest, dass du eine gute Freundin hast, die das Gleiche durchgemacht hat und dass du einen Lösungsansatz kennst, den dein Gegenüber noch nicht ausprobiert hat. Du erklärst deine Methode und beteuerst, dass du immer da sein wirst, wenn diese Person erneut über ihr Probelm sprechen möchte.

Dein Gegenüber bedankt sich, ihr verabschiedet euch und jetzt passiert genau das:

NICHTS!

Du hörst vielleicht Wochen, Monate oder sogar ein, wenn nicht sogar mehrere Jahre nichts mehr von deinem damaligen Gesprächspartner und all die Zeit hängt dieser unvollendete Auftrag, wie ein Fadenende von der Decke und du weißt nicht ob dieser Faden nochmal gebraucht wird oder ob du ihn abschneiden kannst. Spinnenweben und Staub haben sich mittlerweile an dem Faden gesammelt. Du würdest so gern aufräumen, aber in diesem einzigen Faden steckt so viel Mitgefühl und so viel Wissen, das du gewertschätzt wissen möchtest, dass du es nicht übers Herz bringst diesen Faden zu entsorgen. Also hängt er dort und sammelt immer mehr Staub.

Irgendwann triffst du deine/n damaligen Gesprächspartner/in wieder und du fragst die Person, wie es ihr/ihm ergangen ist.

Jetzt passiert Folgendes:

Die Person berichtet, dass sie noch mehr Methoden ausprobiert hat, das Problem zu lösen. So richtig hat aber alles nichts gebracht. Das ist aber laut deinem Gegenüber auch aktuell nicht so wichtig, denn es gibt bereits ein neues Problem, worum sich jetzt erstmal gekümmert werden müsse.

Das bedeutet für dich:

Es kommt entweder ein neues Fadenende hinzu oder du hast aus den letzten Wochen, Monaten, Jahren gelernt und hast die Spinnmaschine eingemottet.

Warum aber möchten die meisten Personen unsere Hilfe, von der wir so überzeugt sind, nicht annehmen?

Hand halten | für jemanden da sein | Hilfe anbieten | jemandem helfen | neue Kraft schenken | Hände umschlungen | Vertrauen | liebevoll | mierNUFAKTUR | Blog | Sensibilität | Chakrakerze | Sojawachskerze | Kraftart

Es gibt hierfür keine pauschale Antwort. Allerdings mehrere Gründe, die zutreffen könnten, die häufig auch gepaart auftreten:

  1. Dein Gegenüber möchte keine Lösung, sondern Aufmerksamkeit

  2. Du bist nicht die richtige Person (gerade bei Angeboten wie „Ruf mich an, wenn etwas ist“)

  3. Dein Gegenüber spürt (d)eine Erwartungshaltung, deine Hilfe anzunehmen

  4. Dein Gegenüber ist nicht auf dem gleichen Lernstand wie du

  5. Dein Gegenüber hat das Gefühl, du stellst dich über sie/ihn

  6. Dein Gegenüber möchte Müll abladen und schlechte Energien loswerden

  7. Dein Gegenüber möchte „nur“ verstanden werden und einfach über das Problem berichten

Gerade bei schwerwiegenden, gesundheitlichen Problemen fällt es dir, als sehr sensibler, mitfühlender Mensch, schwer, einfach hinzunehmen, dass du in diesen Fällen aktiv nichts tun kannst.

Das Einzige, was du für DICH tun kannst ist, dir bewusst zu machen, dass es nicht deine Verantwortung ist, dass es deinem Gegenüber wieder besser geht. Du bekommst durch das Gespräch keinen Auftrag, ein Problem zu lösen oder die Welt des Anderen zu retten. Dein Auftrag ist es, dich zu schützen und dem jenigen zu signalisieren „Ja, du kannst deinen Müll gerne hier vorne abladen, aber ich werde ihn nicht Schultern und mit mir herumschleppen.“

Erst wenn die Person einen Weg gefunden hat, mit ihrem Problem umzugehen, wird die Müllabfuhr kommen und alle schlechten Energien mitnehmen. Bis es soweit ist, kann aber noch sehr viel Zeit vergehen. In dieser Zeit kannst du üben, die Verantwortung, die du dir selbst genommen hast, an diejenige Person abzugeben, der sie gehört. Nur so hat dein Gegenüber die Chance, zu erkennen, dass er/sie das bisher Geschehene reflektieren muss und es nicht reicht, den Müll bei einem Gesprächspartner abzuladen.

Hier stecken also mindestens zwei Lernaufgaben in einer Situation und genau deshalb brauchen wir Menschen, die uns täglich herausfordern. Ohne diese „Erfüllungsgehilfen“ hätten wir keine Chance, uns seelisch weiterzuentwickeln. Gleichzeitig haben diese keine Chance, sich weiterzuentwickeln, wenn wir ihnen ständig ihre Verantwortung abnehmen und ihnen nicht zugestehen, ihren eigenen Weg zu wählen.

Und genau deshalb WILLST DU MEINE HILFE NICHT!



Alles Liebe, Vanessa

 





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